Sicher im Herbst: Mach dich sichtbar!

08.09.2021

Nebel, Regen und die frühe Dämmerung sorgen in den kommenden Monaten für schlechte Sichtverhältnisse. „Es reicht nicht, eine gute Lichtanlage am Fahrzeug (sei es nun ein Fahrrad, ein Moped oder auch ein Auto!) zu haben – man muss sie auch einschalten – und zwar schon in der Dämmerung!“, wissen Experten von ARBÖ und ÖAMTC zu berichten. Und bin ich im goldenen Herbst „per Pedes“, also zu Fuß unterwegs, dann ist es umso wichtiger, sichtbar zu sein!

Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) propagiert schon seit Jahrzehnten, dass nur „sicher ist, wer sichtbar ist“. Und tritt dafür ein, diese Sicherheit schon von Kindesbeinen an anzutrainieren: „Ich sehe was, was du nicht siehst!“ ist ein lustiges Spiel für Kinder – Schluss mit lustig gilt allerdings, wenn es um die Sichtbarkeit im Straßenverkehr geht. Denn besonders in der dunklen Jahreszeit ist es wichtig, rechtzeitig von anderen Verkehrsteilnehmern wahrgenommen zu werden, um Unfälle zu vermeiden. 6.545 Fußgänger verunglückten in den letzten fünf Jahren auf Österreichs Straßen bei Dunkelheit und schlechter Sicht im Straßenverkehr, davon 114 Kinder im Alter vom Babyalter bis sechs Jahren.

 

Sichtbarkeit bedeutet Sicherheit

 

Kinder sind aufgrund ihrer Größe sowie ihres oft unvorhersehbaren Verhaltens eine Risikogruppe für Unfälle. Verschärft werden diese Bedingungen vor allem in den Herbst- und Wintermonaten, denn zu dieser Jahreszeit legen Kinder ihre Wege vermehrt im Dunkeln zurück. Obwohl sie selbst hellbeleuchtete Fahrzeuge bereits aus der Ferne erkennen können, werden sie von Kfz-Lenkern oft erst sehr spät wahrgenommen. Grund hierfür ist mitunter die eingeschränkte Fähigkeit des menschlichen Auges, Objekte oder andere Menschen bei Dämmerung oder im Dunkeln zu erfassen.

„Ein dunkel gekleideter Fußgänger wird oft erst aus etwa 20 bis 30 Metern erkannt – das kann jedoch, je nach der vom Fahrer gewählten Geschwindigkeit, bereits zu spät sein. Deshalb empfehlen wir Fußgängern das Tragen von sichtbarer, heller Kleidung und Reflektoren, da somit das Unfallrisiko um 50 Prozent gesenkt werden kann“, betont Dr. Othmar Thann, Direktor des KFV. Fußgänger, die helle Kleidung oder Reflektoren tragen, werden nämlich bereits aus einer Entfernung von 150 Metern von Kfz-Lenkern wahrgenommen. „Sehen und gesehen werden ist für alle Verkehrsteilnehmer in der dunklen Jahreszeit das Um und Auf“, so Dr. Thann weiter. Dies zeigt auch das folgende Umfrage-Ergebnis: 90 Prozent der Fahrer, die nachts in einen Unfall mit einem Fußgänger verwickelt sind, geben an, den Fußgänger nicht gesehen zu haben – bei Tagunfällen mit Fußgängern sagen dies nur 19 Prozent der Fahrer.

Viele moderne Jacken besitzen bereits sinnvolle Details wie reflektierende Reißverschlusstaschen oder Ärmelbündchen. Rundum-Reflektoren sind zudem besser als ein einzelner, da sie eine 360 Grad-Sichtbarkeit begünstigen und andere Verkehrsteilnehmern die Bewegungen besser wahrnehmen können. Wer nicht mit auffälligen Jackenfarben auf die Straße gehen möchte, kann seine Sichtbarkeit bereits durch retroreflektierende Streifen zum Aufnähen oder Aufbügeln verbessern. Gut geeignet zum Anbringen von zusätzlichen Reflektoren sind zudem Taschen oder Rucksäcke. Frönt man seinen sportlichen Aktivitäten wie Joggen oder Nordic Walking, dann ist das Tragen einer Sicherheitsweste von Vorteil. Manche Sportler tragen sogar Stirnlampen – eine gute Idee, um sichtbarer zu sein!

Für alle einspurigen Verkehrsteilnehmer gilt das Sichtbarsein genauso. Helle Kleidung und/oder reflektierende Teile sind mindestens ebenso wichtig, wie das rechtzeitige Einschalten von Scheinwerfern und Rückleuchten. Für Mopeds und Motorräder ist zudem das Fahren ohne entsprechende Beleuchtung verboten. Ein Problem stellen mitunter (meistens mehrspurige) Fahrzeuge dar, die mit automatischem Tagfahrlicht unterwegs sind: Allzu oft vergessen die Lenker derartiger Fahrzeuge darauf, rechtzeitig das Abblendlicht und damit auch das Rücklicht einzuschalten. Solche Unfälle häufen sich, aber Statistiken darüber gibt es noch nicht. Ein Merksatz könnte lauten: „Auch wenn ich (vermeintlich) noch ausreichende Sicht habe, bin ich deswegen noch lange nicht für alle sichtbar!“

 

Der NÖZSV rät:

  • Kindern das richtige Verhalten in der dunklen Jahreszeit von klein auf antrainieren
  • Helle und/oder reflektierende Kleidung tragen
  • gegebenenfalls Schutzwesten tragen
  • Reflektorbänder verwenden
  • Scheinwerfer und Rücklichter rechtzeitig einschalten – Vorsicht beim automatischen Tagfahrlicht!